Aktuelles

Tschüss und HalloWir freuen uns auf glattWeg

Da trudeln sie ein. Fünf Schüler*innen, die in der dritten Oberstufe in Schwamendingen zur Schule gehen. Viele Jahre drücken sie gemeinsam schon die Schulbänke. Anfangs hoffentlich noch unbelastet, glaubt man in ihren jungen Gesichtern doch schon einige Sorgenfalten zu entdecken.

Grünes Licht
Wir schreiben das Jahr 2024, es ist September. Der Verein Glattwägs hat nach einem Pilotversuch im letzten Winter grünes Licht bekommen. Zehn Schüler*innen der Oberstufenschulhäuser Stettbach und Herzogenmühle sind je zwei Nachmittage vom regulären Schulunterricht dispensiert. Sie dürfen zu uns kommen – ins Angebot glattWeg – um für ihren Einstieg ins Berufsleben zu wirken. Hier wird ihnen das Rüstzeug und die Unterstützung für die optimale Bewerbung mitgegeben. Mit dieser intensiven Begleitung wollen wir Erfolge ermöglichen.

Juan
Juan hat schon eine Idee, was er später mal werden will. In der Schule hilft er anderen, auch den Lehrpersonen, bei Problemen mit dem Computer. Er ist interessiert, die Fenster auf dem Bildschirm öffnen und schliessen sich im Sekundentakt wie von Geisterhand. Als ICT-Fachmann konnte er bereits schnuppern. Eine Lehrstelle in diesem gesuchten Bereich zu finden, könnte schwierig werden. Zum einen besucht er nicht die Sekundarstufe A, der Ausbildungsbetriebe gerne den Vorrang geben, und zum anderen ist aus den Zeugnissen ersichtlich, dass die Schule nicht mehr den höchsten Stellenwert geniesst. Wir werden mit ihm hoffentlich einen anderen Weg finden und ihn davon überzeugen, dass er in seinen 50 Jahren Berufsleben noch viel Erträumtes erreichen kann.

KopfBall geht
Es ist noch kein Jahr her, da investierten wir einen grossen Teil unserer Ressourcen in das Programm KopfBall. Nach über 10 Jahren und 20 Durchführungen haben wir Ende Mai 2024 diese Form der Unterstützung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorerst sistiert. Die Gründe wurden hier schon mehrfach angesprochen. Wir haben grösstenteils die passenden Adressat*innen nicht mehr gefunden. Die verbliebenen Teilnehmenden waren psychisch oft nicht mehr in der Verfassung, im ersten Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz zu finden. Dies ist für unsere Gesellschaft eine traurige Entwicklung mit viel Brisanz.

Amina
Jetzt sitzen wir mit Amina da. Sie ist eher der ruhige Typ – zumindest in der Gruppeund ultrafreundlich. Eigentlich interessiert sie nur eine Ausbildung, auf die sie sich eingeschworen hat. Leider liegt diese für eine Erstausbildung wohl nicht im Bereich des Möglichen. Aus dem Familien- und Freundeskreis kann sie nicht wirklich auf Unterstützung zählen, da ihnen das Schweizer Berufsbildungssystem und die Sprache ungewohnt sind. In ihrer Klasse haben auch andere Schüler*innen viel Unterstützungsbedarf. Bei uns ist sie hoffentlich gut aufgehoben.

glattWeg kommt
Wir freuen uns auf den frischen Wind, die jungen Menschen und die Möglichkeit, etwas zur psychischen Gesundheit unserer Jugend leisten zu dürfen. Wir freuen uns auf glattWeg.

Milos
Einen meist etwas abwesenden Blick hat er, Milos. Er sitzt da und arbeitet konzentriert, schreibt auf, welche Stärken er hat und was ihm zwischenmenschlich, aber auch berufsspezifisch Freude macht. Da kommt einiges zusammen. Er ist körperlich fit, interessiert sich für Technisches und schätzt sich als handwerklich begabt ein. In seiner Freizeit spielt er Fussball und trifft sich gerne draussen mit Freunden. Ist man mit ihm im Gespräch, fällt einem sofort die kurze Verzögerung in seinen eher einsilbigen Antworten auf. Er möchte einen Eidgenössischen Berufsattest machen. Wir werden mit ihm einen Ausbildungsbetrieb finden.


Dominik Bisang

 

Der Mensch als ArbeitsmittelpunktKunde: WOHNSCH, Simon Achermann, Geschäftsleiter

«Den Werten von glattwägs fühlen wir uns verbunden»

Wie kam es zur Zusammenarbeit?
Wir arbeiten seit vielen Jahren mit glattwägs zusammen. Als wir im August 2023 wiederum kurzfristig eine Mitarbeiterin in der Hauswirtschaft ersetzen mussten, hat uns glattwägs eine freundliche und motivierte Mitarbeiterin vermittelt.

Wo braucht ihr Unterstützung?
Glattwägs hilft uns mit Arbeitskräften für den Hauswirtschafts- und Küchenbereich in unserem Heim aus. Es handelt sich dabei um regelmässige Einsätze für einige Stunden in der Woche. In Phasen mit hoher Arbeitsintensität werden wir so optimal unterstützt.

Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Team von glattwägs?
Das Team von glattwägs ist freundlich, kundenorientiert und unkompliziert. Sie kennen unseren Betrieb und unsere Bedürfnisse und vermitteln uns immer passende und motivierte Teilnehmende, die wir auch schon fest angestellt haben.

Wie sieht die Zusammenarbeit in Zukunft aus?
Unsere beiden Organisationen stellen den Menschen in den Mittelpunkt unserer Arbeit und somit verfolgen wir ähnliche Ziele. Deshalb hoffen wir, auch weiterhin die Angebote von glattwägs nutzen zu können und die Zusammenarbeit in anderen Bereichen auszubauen.


Interview: Alexandra Manser

«Schulden machen krank»Fragebogä mit Simone Reiser

Projektleiterin Schuldenprävention Stadt Zürich

Wie sieht euer Beratungsangebot aus?
Der Money Chat ist unser digitales Beratungstool, hier beantworten wir unkompliziert Fragen rund um’s Geld. Dazu gibt es einen gut besuchten Wissensbereich in einfacher Sprache. In der Pestalozzibibliothek Altstadt bieten wir in der Moneythek jede Woche niederschwellige Beratungen zu denselben Anliegen an. Hier wirken auch die kompetenten und freundlichen Fachfrauen von glattwägs als Kooperationspartnerinnen mit.

Welches sind die häufigsten Geldfragen?
Jugendliche möchten oft wissen, wie sie ein Budget erstellen oder wie sie mit Mahnungen und offenen Rechnungen umgehen sollen. Sie haben Fragen zur Steuerrechnung oder brauchen Tipps, wie sie ihren Lebensstandard ihrem Budget anpassen können. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass es von Vorteil ist, Geld für Fixkosten rückzustellen oder Daueraufträge einzurichten.

Deine Haltung?
Meistens sind Schulden unverschuldet und trotzdem sind sie – wie das Wort sagt – mit Schuld und Scham verbunden. Zudem sind im Umgang mit Geld alle Menschen verschieden. Darum möchte ich wertfrei zuhören und verstehen. Nur so kann ich die Finanzkompetenz und dadurch die psychische sowie körperliche Gesundheit unserer Adressat*innen stärken und einen Beitrag zur Enttabuisierung von Geldproblemen leisten.

Interview: Catherine Paterson

 

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